Story

Die M.R.P.-Bar kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken, die bereits vor ungefähr 90 Jahren begann. Vermutlich im Jahr 1922, als in den Vereinigten Staaten von Amerika die Prohibition herrschte, gründeten drei Exilamerikaner aus St. Louis diese uns heute so unersetzlich scheinende familiäre Bar. Der erste Barname lautete damals Speak easy to me, und ihre Besitzer, Country Joe Harper, Cosmo S. Wheeler und “Three finger” Mcdougal testeten hier Verfahrensweisen, um Hochprozentiges unauffällig unter das Volk verteilen zu können. Mit all ihrem Wissen um geschickt getarnte Ausschanktechniken (der Kaffeetassentrick wurde durch sie populär) kehrten sie alsbald nach Amerika zurück, wo sich die Spur von zwei der Protagonisten bald nicht mehr verfolgen ließ. Einzig CS Wheeler wird in dieser Geschichte noch zu einer wahrlich überraschenden Größe gelangen. Zum Ende der Prohibition folgender Filmausschnitt: Repeal_of_Prohibition_newsreel_ca1933

Während der folgenden Jahrzehnte hatte die Bar als Betriebsspelunke des Reichsbahnausbesserungswerks Friedrichshain ein mehr als tristes Schattendasein geführt. Die unrühmliche Rolle der Bar während der NS-Zeit wird zur Zeit noch aufgearbeitet.

Hier sehen wir eine Aufnahme aus der Spelunkenphase der späten 50er Jahre.Der vorbildlich seriöse Auftritt der damaligen Barcrew mitsamt dem sich in ihren Gesichtern widerspiegelnden Understatements, ist auch 2012, fast 60 Jahre später,  zwischen den mächtigen Mauern dieser einzigartigen Kulisse immer noch Programm.

Dann die Sechziger Jahre: auch die Staatssicherheit der DDR hatte sich dieses schicksalsträchtigen Ortes angenommen: als kleine verschwiegene Bar ohne Publikumsverkehr gaben sich hier Agenten aus Ost und West die Kante.

Direkt neben der Bar, im heutigen Emma Pea Restaurant, wurde ebenfalls in den Sechziger Jahren damit begonnen, Elefanten für diverse Zirkusunternehmen hier während der kalten Jahreszeit unterzubringen . bis zu sechs Dickhäuter fanden Platz. Auch die Elefanten für den Tierpark von Berlin wurden an diesem Ort verladen.

Kommen wir zum heutigen Namen der Bar, die sich zwar modisch englisch M.R.P. schreibt, aber, und das Restaurant macht es namentlich deutlich: Emma Pea, so lautet der Name und er geht zurück auf Emma Peanut. Sie ist eine verdiente Elefantenkuh in Rente aus dem ehemaligen Zirkus Brimborium, die sich darüber freuen kann, dass sie ihre alten Tage in einem Reservat in Botswana verbringen darf, auch Dank einer M.R.P.-Bar Patenschaft. Die Bar ist mit zahlreichen Elefantenstatuetten ausgestattet. Sie sollen auf diese besondere Verbindung verweisen.

 

Besonders stolz ist die Bar über das Ölgemälde im Loungebereich an der Südwand gegenüber des Bartresens, auf dem Emma Peanut zu sehen ist (das vordere Tier).

Die Umstände, die die Vollendung des Bildes begleiteten, sind allerdings ein wenig unglücklich. Das Bild wurde erstellt von einem  Papparazzomaler, der Emma in der Wildnis auflauerte. Das Bild konnte gerade noch fertiggestellt werden, als Emma auch schon mit ihren  Hörnchen begann, es zu zerlegen. Ja! die Schnitte in der Leinwand stammen tatsächlich von Emmas Hörnchen. Der lauernde Maler wurde bei dieser Wutattacke übrigens übel zugerichtet.

Ach ja, und jetzt das Unglaubliche:der heutige Betreiber der Bar ist ein direkter Nachkomme von Cosmo S. Wheeler: es ist Cosmo S. Wheeler der IV., geboren 1972 in Raleigh, North Carolina, seit 1990 wohnhaft in Berlin. Hallelulja!!

 

His Masters Face: Cosmo S. Wheeler 2012

Sag etwas zu uns, Cosmo:

“Metrisierbare, lokalkonvexe Räume sind bornologisch und haben daher alle Eigenschaften bornologischer Räume.”

Oha, besser nichts mehr fragen…